07 August 2006

Ein Hostel, 10 Leute und ne Menge Spass

Ja wie gesagt, gell ich bin wieder zurueck in Kerikeri und dort meine neue Stelle als "Chef" anzutreten. Claes ist weg, die Hunde freuen sich und das Haus ist voller arbeitender Leut die soweit ja alle ganz nett zu sein schienen. Na dann...
Die ersten paar Tage haben ich und mein Mit-Chef Sascha schoen unsere lieben Mitbewohner zum Kiwiprunen geschickt und uns einen schoenen Tag gemacht :) Na na natuerlich waren wir fleisig - staubsaugen, Kueche und Bad putzen, hier und da rumraeumen, ach es gab so einiges zu tun. Nach dieser Stunde Arbeit (hihi) hab ich mich mal wieder ausfuehrlich dem Kuchen- und Muffinsbacken gewidmet - was mir (meistens) strahlende Gesichter der armen, am Abend zurueckkehrenden Arbeiter einbrachte.
Zufaelliger- und auch gluecklicherweise wurde dann unser bzw erstmal mein faules Hostel-Chef-Leben abrupt beendet. Da findet man heraus das es in Kerikeri nen Laden gibt, der deutsche Sachen verkauft - ja ja hier vermisst man schon so einiges! Gescheites Brot, Wurst, Gummibaerchen,... achhhhh. So sitze ich also daheim und warte voller Freude auf eben diese tollen Sachen die der Sascha kaufen will, dann kommt er heim und erzaehlt mir zu Warsteiner, Wurst und Brot haette er gleich noch nen Job dazu bekommen. Prima! Also habe ich ca 3 Wochen lang beim Urs aus der Schweiz und dem Stefan aus dem Schwabenland (die Cheffes) Paeckchen mit importierten deutschen und schweizer Leckereien gepackt. Die Firma importiert so alle moeglichen Sachen wie Gurken, Sauer- und Blaukraut, schweizer Schokolade, Bahlsen Kekse, Dosenfisch, Warsteiner Bier UND jajaja Koenig Ludwig Weizen nach Neuseeland um es dort an Supermaerkte und andere Geschaefte weiterzuverkaufen. Ich war dann also zeitweilig die Packerin die die bestellten Waren verschickt hat. Fuer 14 $ (ca. 7 EUR) - was hier als Backpacker ein Traumgehalt ist - und Arbeitszeiten wann und wielang auch immer und super netten Chefs konnte ich dann also meine Reisekasse ein bisschen aufbessern.
Tja und neben Kuchenbacken und Arbeiten konnte ich dann an den Abenden meine Mitbewohner richtig lieb gewinnen :) Ui des war ein Chaotenhaufen - aber von Chile bis Sachsen alle super nett und lustig.
Die BBQs am Wochenende ein Brueller! Chile geht einkaufen und bring so um die 30 kg Fleisch fuer 10 Leute! Das wird dann erstmal alles auf den Grill gepackt und mit gut 5 kg Salz bedeckt - so die Hauptarbeit ist getan! Waehrenddessen entsteht in der Kueche ein multikulturelles Essens-Chaos - Nudelsalat aus Deutschland, Apio-Salat, selbstgemachte Maionaisse und so einiges andere aus Chile, Reis aus Japan und Ofenkartoffel was weis ich woher. Also rein essenstechnisch waren diese Abende schon immer ein voller Erfolg - man war das immer lecker und des Fleisch gar nicht so salzig wie man meinen wuerde. Jetzt denkt man sich wahrscheinlich noch was wir mit dem ganzen uebriggebliebenden Fleisch so gemacht haben bzw sich da zwei Hunde riesig gefreut haben.... Ich konnte es jedesmal wieder nicht glauben, aber das Fleisch war weg! Gut ok, einmal haben sich Sergio und Leo a bissl was fuers Fruehstueck aufeghoben :) Hmmm aufstehen, Grill an und morgens um 10 erstmal a gscheites Steak aufn Teller.
Getraenketechnisch hatte so mancher seine Probleme... Fassungslos mussten wir mit ansehen wie San-Yong (der nie Alkohol trinkt) Wiskey-Cola in sich reinschuettet, das sowieso schon ziemlich verrueckte Lachen noch verrueckter und haeufiger wird und der Kerl also ganz schoen angetrunken ist. Als er dann mit seiner leeren Dose vor uns stand und gern "noch ein Bier" haette wurde uns einiges klar! Ui ui ui. Das kleine zierliche japanische und deutsche Maedels ne Flasche Tequilla zu zweit in weniger als 30 min trinken koennen und nach Leos Trinkspiel die Leute reihenweise "nein danke" zu Alkohol sagen haett ich auch net gedacht.
Der Sachse faengt auf seiner Gitarre zu spielen an und singt Lieder von Hans Soellner! Komischerweise hat sich der Sachsendialekt vermischt mit urbayrischem Soellner-Text gar net mal so schlecht angehoert bzw der Marvin konnte bayrisch mit fast ohne Sachsenakzent singen. Die Chilenen zeigen den unbeweglichen Deutschen was ein Hueftschwung ist - Salsa tanzen und beim Hueftschwung NUR die Hueften und nicht den ganzen Oberkoerper zu bewegen und dann dabei noch entspannt auszusehen geht net! Dann gab es da noch ein Raetsel zu loesen. Was haben seltsame Geraeusche im Flur mit dem Verschwinden von Anndie zu tun? Ich bin verzweifelt in jedes Zimmer auf diesem Gang, schlafende Leute behorcht, etliche Male von hinten nach vorn gerannt, 3x in die Badewanne geschaut und alle moeglichen wilden Vermutungen aufgestellt - bis ich auf des Raetsels Loesung kam. Steige auf den Dachboden und wer liegt da friedlich vor sich hin schnarchend zwischen Weihnachtsdeko und alten Matratzen - der Anndie. Warum er sich diesen Schlafplatz ausgesucht hat, zu mal die steile Treppe nicht sehr einfach zu bezwingen ist konnte er mir dann aber nicht sagen. Ins Bett gehen dann aber auch net und somit konnte sich Kiyo am Anblick des durch die Lueftungslucke in ihr Zimmer guckenden Anndies erfreuen und ich wurde am naechsten Morgen durch das gleiche Spiel geweckt!
Dies also nur als kleine Zusammenfassung unserer insgesamt 4 gemeinsamen BBQs... The Rest not to be published :)
Ja ja doch leider hatte unser lustiges WG Leben auch irgendwann mal ein Ende.... Anndie und Sergio haben uns verlassen um nach Wellington zu gehen (da seh ich sie bald wieder), Kiyo und Marvin waren die naechsten und versuchen ihr Arbeiterglueck nun in Tauranga, Lucas hilft in Auckland nun einem bekannten chilenischen Kuenstler bei einer Ausstellung (wird auf meinem Weg nach Wellington aber eingepackt) und Sang-Yong, Sascha und ich sind die letzten Ueberbleibenden der WG...
Claes ist wieder aus Schottland zurueck und der Abschied rueckt immer naeher.... Einerseits will ich ja weiter aber das Hostel inkl Hund und Herrchen ist mir schon ganz schoen ans Herz gewachsen! Meinen Abreisetag hab ich jetzt nochmal um ne Woche verschoben da der Claes eine boese Grippe erwischt hat und seid 3 Tagen das Bett nicht mehr verlassen konnte. Mal sehen wann sie es schafft ihr Auto zu packen und Neuseeland weiter zu erkunden....