Kleine Anmerkung: Leider leider hab ich ja nun am 09.02. bei der Bank aufgehoert - wegen dem Visum... Wer weis was kommt.
Die ASB Bank hat fuer ihre Abteilung “Technology Operations” Ende Oktober ja dringend einen neuen Mitarbeiter gesucht, da die 13 Mitarbeiter und 2 Chefs hier mit Tetris spielen ueberfordert sind. Da kam dann ich ins Spiel um diese armen gestressten Damen und Herren zu unterstuetzen.
Gegen 8.30 zum arbeiten anfangen, besser gesagt ich komme um 8.30 ins Buero um mir dann erstmal nen Kaffee zu machen und ne halbe Stunde Zeitung zu lesen – gut informiert den Tag beginnen, gell. Zurueck am Schreibtisch schau ich mir die zahllosen, fuer mich komplett unwichtigen Emails mit denen ich zugemuellt werde an und beginne danach mal meinen unglaublich riesigen Arbeits-Erledigungs-Berg abzuarbeiten. Eine Stunde spaeter, so gegen 10.30 fertig mit der Arbeit, geh ich also nochmal nen Kaffee trinken und den Rest der Zeitung lesen, wir wollen ja auch mitreden koennen beim Bueroklatsch. Bis ich mich dann durch Buerotratsch der 13 Kollegen zu meinem Platz durchgeschlagen habe ist es auch schon Mittag. Da ich ja noch soooo viel Arbeit auf meinem Platz liegen habe mach ich statt 30 min erstmal 2 Std Pause und setz mich in die Sonne, man muss sich ja auch entspannen um wieder voller Tatendrang an die Arbeit zu gehen. Um 2 Uhr zurueck am Schreibtisch muss ich entdecken, dass schon wieder unzaehlige nutzlose Emails.... nein, halt! Alex hat mir Spiele geschickt. Aehm, ab und zu auch ziemlich wichtige Emails in meinem Posteingang sind. Fleisig wie ich bin fange ich aber erst mal die Arbeit an die der Chef mir auf den Tisch gelegt hat, teste eine halbe Stunde spaeter aber die Spiele, denn die 2stuendige Arbeit soll mich schliesslich die naechsten 3 Tage beschaeftigen. Oje da kommt der Boss und sieht mich spielen, schimpft mich – aber nur weil ich ihm das nicht umgehend mitgeteilt und die Spiele an ihn weitergeleitet habe. Ein kurzer Blick auf die Uhr und es ist schon 4, Zeit den Feierabend einzuleiten – die Zeit vergeht aber auch wie im Flug und man kommt einfach zu nix hier.
Da mein Arbeitstag ja weitaus weniger stressvoll und nervenaufreibend ist sieht man an meinem armen ueberarbeiteten Boss. Wenn dieser gegen 10 Uhr mal im Buero auftaucht, seinen Anrufbeantworter mit 5 Nachrichten seiner Frau abhoert und die 200 Emails mit Witzen, Videos und Spielen sieht ist sein Tag schon wieder gelaufen und er muss erstmal ne Stunde zum Kaffeetrinken und Zeitunglesen gehen. Zurueck im Buero darf ich Multitasking der Extraklasse beobachten wenn er mit seiner Frau am Telefon ueber das Abendessen diskutiert, Tetris spielt und gleichzeitig versucht seinen Kaffee zu trinken. Das bringt mich einmal mehr zur Ueberzeugung, dass Chef sein einfach mit zuviel Verantwortung und Stress verbunden ist, also nix fuer mich. Bevor er dann zur nur 1stuendigen Mittagspause eilt kann er grad noch ein kurzes Schwaetzchen mit Boss Nr 2 ueber das Footballspiel gestern im Fernsehen einlegen. Die Zeit vergeht aber auch wie im Flug und man kommt einfach zu nix hier – ich sag’s ja! Schon wieder halbe Tag vorbei, also schnell mit dem Geschaeftswagen zum Supermarkt und die Einkaeufe fuer zu Hause erledigen. 1.5 Stunden spaeter noch kurz ein dringendes „geschaeftliches“ Telefonat um den Kollegen wissen zu lassen wie toll doch die Kinder sind und was sie nicht alles tolles machen. Da um 4 Uhr ein Meeting im 5 min entfernten Hauptgebaeude stattfindet lohnt es sich natuerlich nicht mehr sich in komplizierte „Freitag um 12.30 Uhr gibts einen fluessigen Lunch in der Bar“ Email einzulesen und dann noch eine Entscheidung zu treffen. Also lieber nochmal nen Kaffee und der Rat zur Assistentin (das waer dann ich): Geh frueher heim bei dem schoenen Wetter und schreib 8 Std auf – die zahlen das schon.
Man kann diesen unglaublichen Arbeitseifer auch auf andere Arbeitsbereiche uebertragen. Ich haett da noch ne Geschichte von meinem ehemaligen Mitbewohner Troy, der auf dem Bau arbeitet. Als die Truppe mal in der Nahe der Zugstrecke arbeitete gab es einen Kerl, dessen hoechst wichtige Aufgabe es war unter einem ueberdachten Plaetzchen zu sitzen und 10 Std am Tag zu gucken ob ein Zug kommt um dann die anderen Arbeiter zu informieren. Er hat da also gesessen und den ganzen Tag Loecher in die Luft geguckt – Neuseelands Zugsystem kann man jetzt nicht ganz so mit dem unsrigen vergleichen da es nur eine Zugstrecke von Auckland nach Wellington gibt und der Zug 2 mal am Tag faehrt....
Da wundert sich noch jemand warum die Arbeitslosenzahlen in Neuseeland so niedrig sind?
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