20 September 2010

3 Tage Trekking Colca Canyon

Um 3.00 Uhr morgens war also die Nacht beendet und unsere Tagesrucksaecke fuer 3 Tage Trekking Tour im Colca Canyon gepackt. In den Kleinbus wurden dann wir und 15 andere Personen inkl deren Gepaeck geladen und mit einiger Verspaetung ging es los. An der Verspaetung waren schuld - die Belgier. Wer auf ein 2 Tages Trekking mit 50 kg Gepaeck pro Person startet und sich dann im 20 min Takt ueber so ziemlich alles aufregt, was so passiert - mit dem kann die Reise ja nur super werden.
In Chivaz gab es fuer die ganze Truppe Fruehstueck, welches uns die nette belgische Truppe quasi vor den Augen auf ihre Teller packte. Man kann sich schon gleich mal 4 Semmeln aufladen und dann doch nur 2 davon essen wenn noch 10 andere Leute hinter einem anstehen - gar kein Thema. Da die armen eh fast nix vom Buffet bekommen haben, haben sie noch unsere leeren Marmeladenschuesseln eingesammelt und ausgekratzt...man will ja nicht verhungern muessen. Es wurde dann in 2 Gruppen aufgeteilt und unsere Truppe bestehend aus 2 Amis, noch einem deutschen Paerchen, einer koreanischen Kanadierin, einer franzoesichen Kanadierin, uns, unserem Tourguide Eddy und dem treuen Begleiter "Rantanplan" (unser Tourhund, der beschlossen hatte den gesamten Trek mit uns zu laufen) marschierte los.
Von Cabanaconde aus marschierten wir ca 4 Std. auf der quasi einzigen "Strasse" 1.200 Hoehenmeter den Canyon hinunter. Unterwegs begegnete uns auf dieser "Hauptverkehrsstrasse" einige Mulitreiber und deren Tiere, im Gepaeck, bzw auf den Tieren alles, was dort unten so benoetigt (oder eben nicht mehr benoetigt) wird. Holzbalken, Bier, Essen, Basketballkoerbe,... einfach alles. Da ueberlegt man sich schon 2x ob man heute die vergessenen Chips wirklich noch braucht und wenn die Frau mal keine Milch mehr hat rennt der Mann mal eben schnell nach oben (alles gesehen zwischen Schweisstropfen und atemloser Pausen).
Mit einiger Verspaetung wir dann in San Juan de Chucco (unserer ersten Station) angekommen und haben uns ein kuehles Bier genehmigt. Unserer Koreanerin hat vorweg niemand gesagt, dass man mit Stoffschuhen lieber nicht zum Bergsteigen geht und schon nach 20 min hatte sie Blasen so gross wie Tischtennisbaelle an den Fuessen. Doch - unser aller Respekt bitte - hat sie es mit Eddy liebevoller Betreuung und dessen FlipFlops nach unten geschafft, auch wenn wir unser Mittagessen dann erst um 16 Uhr einnehmen konnten. Wir genehmigten uns dann eine luxurioese heisse Dusche (Solarzellen sei Dank und auch dem Muli, der diese Dinger hier her geschleppt hat) und sind auch schon bald ins Bett (ebenfalls recht luxurioes fuer dieses abgelegenen Dorf).
Am naechsten Tag dann die naechste, etwas gemuetlichere Etappe durch die Doerfer Tapay und Malata (auf 2.350 m) und hinunter zur der heissersehnten und uns staendig motivierenden Aussicht auf die Oase in Sagalle und deren Pools. Nach ca. 3 Stunden hinauf- und hinab hatten wir auch das geschafft (auch unsere tapfere Keiko in ihren FlipFlops) und ab ging es mit einen kuehlen Bier in den kuehlen Pool. Nach brennender Sonne und ebenso brennenden Muskeln eine wahre Wohltat! Bei mir war es dann Nachmittags mit dem Spass vorbei und innerhalb von 2 Stunden ist mein Koerper alles losgeworden, was es los zu werden gab und ich war k.o. Selbst der wundervollbringende Coca Tee sowie Immodium Akut haben nichts geholfen und ich lag flach und wollte nicht mehr aufstehen. Da war die Aussicht auf den morgigen Tag und die 1.200 Hoehenmeter raus aus dem Canyon auch nicht gerade sehr aufbauend. Abends wurde dann beschlossen mich mit einen Muli (wie gesagt, auch alles was nicht mehr gebraucht wird tragen die den Berg rauf) nach oben zu bringen.
Gesagt, getan. Die anderen sind um 5 Uhr losmarschiert und Keiko (die Fuesse und so) und ich wurden auf Mulis gepackt und die armen Tieren haben uns sicher und wunderbar den Berg hochgetragen. Mir ging es dann schon wieder ein wenig besser und auch der Rest der Truppe war nach 3 Stunden und 1.200 Hoehnmetern sicher und erledigt oben angekommen, selbst Toni (der Ami, der leider nach Bestellung der Mulis erst nachts krank wurde) - Respekt und Hut ab vor euch allen!!!
Nach dem Mittagessen und der Verabschiedung von Rantanplan (der Hund, der allen davon rannte aber immer auf uns gewartet hat - besonders beim Essen) ging es weiter zum Aussichtspunkt ueber Terassenfelder und baden in heissen Quellen abschliessend konnten wir auf dem hoechsten Punkt unserer Reise (4.910 Hoehenemeter) die Vulkane bestauen und sind dann nach langer Reise wieder in Arequipa angekommen.
Unter herzlicher Verabschiedung und Adressenaustausch ging dann jeder wieder seiner Wege.
Die Truppe war echt perfekt und wir hatten eine super Zeit mit all den Leuten. Die Landschaft war ein Traum und die Herausforderung haben wir geschafft (naja, ich nicht so wirklich aber gut)
Nun sind wir heute (20.9.) in Puno angekommen und werden bis zum meinem Geburtstag hierbleiben. Dann gehts voraussichtlich am 23.9. weiter nach Copacabana (Bolivien) und anschliessen nach Cuzco um Macchu Picchu zu bewundern.
Ich bin soweit wieder gesund - Immodium hilft mir ueber den Tag und durch das Essen. Manus Beine sind etwas schmerzempfindlich aber sonst ist alles gut...