von Melbourne sind wir dann weiter nach Karratha, West Australien geflogen. Das kennt zwar kein Mensch, aber der Baessler David hat beschlossen sich dort niederzulassen und deshalb waren wir halt dort.
30 Grad im Winter, die Landschaft ist recht karg - mal abgesehen von roter Erde, riesigen Salzseen und Gasfabriken gibt es nicht viel mehr zu sehen. Trotz allem hat dort die Ueberraschung meines Lebens auf mich gewartet. Nach mehrmaligen vergeblichen Versuchen den Schorer Robert per email oder telefonisch in Australien zu erreichen um herauszufinden wo er sich denn gerade rumtreibt hab ich es dann aufgegeben, daran zu glauben, das wir uns in Aussie noch treffen koennen. Auch der David wusste ja angeblich nicht genau wo der Robbl steckt – “irgendwo im Innland”. Als der David uns dann vom Flughafen zu sich nach Hause gebracht hat und es uns gerade gemuetlich gemacht haben kommt zur Hintertuer auf einmal der Robbl herein. Ich hab erst zweimal schauen muessen und konnte es gar nicht glauben – ja da sind die Freundentraenen gerollt!! Am Abend haben wir es dann bei einer Cocktail Party im Garten mit gemuetlichem Lagerfeuer so richtig krachen lassen – dementsprechend unternehmungslustig waren wir alle am naechsten Tag....
2 Tage spaeter haben David, John und ich uns auf den verdammt langen Weg zum Karajini National Park gemacht. Das hiess 6 Stunden Autofahrt in gluehender Hitze und immer die gleiche Landschaft, gerade Strasse links und rechts von rote Erde mit einigen verbrannten Baumen gesaeumt. Im National Park wurde gezeltet und wir sind in einigen Schluchten herumgeklettert. Waren 2 super Tage im Outback von Australien.
Am 10. 8. dann unser 5. Flug auf dieser Reise – Perth nach Bangkok. Zugegeben, ich hatte schon ein leicht flaues Gefuehl im Magen. Das erste mal in ein suedostasiatisches Land zu reisen wo alles doch ein bisschen anders ist, man hoert so viele Geschichten und will doch ohne Vorurteile Land und Leute kennen lernen. Die ersten 2 Stunden verbrachten wir erstmal am Flughafen, wir mussten ewig warten um unseren Stempel in den Reisepass zu bekommen und da dieser Flughafen riesig gross sind wir 30 min herumgeirrt bevor wir endlich den richtigen Ausgang gefunden haben. Von dort haben wir uns ohne Plan in ein Taxi setzen lassen und als Addresse die beruehmte Touri-Strasse Khao San Road (im Film “The Beach”) angegeben. Ich dachte wir uebernachten im Taxi, der Verkehr war schlimmer als alles andere und zu Fuss waeren wir hoechstwahrscheinlich schneller gewesen. An einer Kreuzung mit Kreisverkehr und Ampel haben wir 30 min gewartet und nichts ist passiert, ich mein die Ampel hat ca 20 mal von rot auf gruen gewechselt und ca 1 Auto ist auch jedesmal durchgekommen, aber dass wars dann auch schon. Also was haben wir gelernt – wir fahren auf keinen Fall Auto oder Taxi in Bangkok.
Um 20 Uhr standen wir also mit Rucksack auf dem Ruecken vor der Khao San Rd, es war heiss, wir waren muede und hatten keine Ahnung wohin – trotz alledem hab ich mich sofort in Bangkok verliebt. Die Strasse entlang, hunderte von Menschen, Laerm in allen Tonlagen und Lautstaerken ob Stimmen, Musik oder Motorengeraeusche. Die verschiedensten Gerueche von all den kleinen Strassenkuechen, blinkende Leuchtreklamen und all die bunten Farben der Marktstaende. Wir sind dann in so ziemlich das erste ‘Guesthouse’ (Gaestehaus) das wir finden konnten und das nicht ueber einer Bar war, haben die erste Dusche nach 12 Stunden genossen um uns dann auf der Suche nach was zu essen in das naechtliche Getuemmel zu stuerzen. Lang haben wir es aber trotz all den neuen Eindruecken nicht ausgehalten und sind dann bald totmuede und erschoepft in unserem (gott sei dank) Klimaanlagen gekuehlten Raum eingeschlafen.
Am naechsten Morgen frisch und munter um 7 Uhr (unglaublich, gell) losmarschiert. Noch nicht ganz auf der Strasse wurden wir schon von Tuk-Tuk Fahrern (Motorrad-Auto aehnliche Gefaehrte) umzingelt. Als wir dankenderweise abgelehnt und einem der Fahrer erklaert haben, dass wir nachdem wir gefruehstueckt haben auf ihn zurueckkommen ist er uns mit sicherem Abstand gefolgt. Auf John’s ploetzliche Drehung und ein freundliches “Wir wollen nicht verfolgt werden” hat er sich dann aber doch aus dem Staub gemacht. Das Fruehstueck bestand aus weiteren unglaublichen Eindruecken, einem frischgespressten Fruchtsaft von einem der unzaehligen Strassenstaenden und super leckeren frittierten Teigknodeln (so ganz genau weis ich nicht was es war). Trotz aller Warnungen, dass Tuk-Tuk Fahrer einen meistens uebers Ohr hauen wollen sind wir in ein “Ich fahr fuer 20 Baht (ca 80 Euro cent) wohin ihr wollt” Tuk Tuk gestiegen und um es gleich mal vorweg zu nehmen – wir wurden NICHT beschissen. Natuerlich hat er an einem Schneiderladen gehalten, der trotz allem kein Geschaeft mit uns gemacht hat andererseits hat er uns viele Tempel gezeigt und hat jedesmal auf uns gewartet obwohl John im die 20 Baht gleich mal beim einsteigen gegeben hat. Wir haben den Grand Palace gesehen und beim Tempel Wat Pho eine unglaubliche 30 min Massage fuer ca 13 Eur bekommen. Den Rest des Tages haben wir mit shopping in den unzaehligen Maerkten verbracht - TShirts kosten ca 2 Eur :)
Am naechsten Tag ging es dann mit dem Zug nach Ayuthaya - eine alte historische Stadt, die vor langer langer Zeit einmal die Hauptstadt von Thailand war. Dort haben wir einen ganzen Tag bei ca 30 Grad mit Ruinen besichtigen und einer Rundfahrt im TukTuk verbracht. Bevor es dann mit dem Nachtzug nach Chiang Mai ging haben wir noch ein paar Bier in einer deutschen Kneipe (jaaaa so was macht man net) getrunken.
Der naechste Teil der Reise folgt im naechsten Bericht.